↑ Zurück zu INTERVIEWS

Wölfe vs. Nachtcacher

(Exklusiv-Interview mit Wolfsforscher)

 

Immer mehr wilde Wölfe wurden in den letzten Wochen und Monaten in den Wäldern Deutschlands gesichtet!

 

Experten gehen aktuell von rund 200 Tieren aus – Tendenz steigend. Doch was bedeutet das für uns NACHTCACHER? Müssen wir zu unserer eigenen Sicherheit nun auf unser liebstes Hobby verzichten? Sollten wir spezielle Vorsichtsmaßnahmen ergreifen?

Wer sollte die Antworten besser kennen, als ein echter Wolfsforscher?!
Der Bitzeltroll hat exklusiv für Euch einen von Europas renommiertesten Verhaltensforscher für Wölfe, Dr. Kurt Kotrschal, interviewt:

 

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Cacher auf ihren nächtlichen Runden durch Wälder auf einen Wolf treffen?

 

Dr. Kotrschal: Sehr gering, weil die Zahl der wilden Wölfe noch vergleichsweise gering ist und diese auch sehr scheu sind. Ich würde nur das Zentrum von Wolfsterritorien meiden und keinen Hund mitnehmen. Allerdings sind Wölfe sehr neugierig, daher ist damit zu rechnen, dass sie versteckte Items finden und „untersuchen“.

 

Gibt es Anhaltspunkte, an denen ein Cacher merken kann, dass er sich gerade in einem Wolfsterritorium befindet?

 

Dr. Kotrschal: Kaum, aber um sicher zu gehen kann man sich bei den jeweiligen lokalen Naturschutzorganen schlau machen.

 

Sollte es tatsächlich passieren, dass man beim Nachtcachen einem Wolf gegenüber steht – wie verhalten?

 

Dr. Kotrschal: Möglichst ruhig zurückziehen, nicht mit den Stirn- oder Taschenlampen anleuchten und auf keinen Fall versuchen, den Wolf zu verscheuchen.

 

Wenn Wölfe rund um ein Nachtcache-Areal gesichtet werden – sollte man den Cache dann dauerhaft archivieren?

 

Dr. Kotrschal: Auf jeden Fall! Wichtig ist es, kein zusätzliches Konfliktpotential um den Wolf zu schaffen.

 

Danke, Dr. Kotrschal, für das Interview!

  

Zusatz-Infos:

Bislang feiern Naturschützer die Rückkehr der Tiere nach Deutschland, doch in den letzten Wochen tauchten Wölfe mehrfach in der Nähe von Menschen auf – oftmals, ohne sich rasch wieder vertreiben zu lassen. Ein eher untypisches Verhalten.
Eine Expertin des Projektes „Wolfsregion Lausitz“ sagt:
„Wölfe leben dort, wo auch Menschen leben. Dass sie auch mal in Wohngegenden kommen, in die sie eigentlich gar nicht wollten, ist ganz normal. Begegnen die Tiere bei ihren Streifzügen Menschen, sollte eigentlich ihr Fluchtreflex greifen. Doch machen die Wölfe nie schlechte Erfahrungen mit Menschen, lässt der Reflex irgendwann nach“.

Der Bitzeltroll meint:
schön, dass es wieder solche Tiere bei uns gibt – aber wir Cacher müssen uns darauf einstellen und gegebenfalls auch auf NCs verzichten, um knifflige Situationen zu vermeiden.

Eine aktuelle Übersicht zu den in Deutschland vorhandenen Wölfen und den betroffenen Gebieten/Bundesländern gibt es HIER